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03.11.2021

Kardinal Schönborn gedenkt mit Staatsspitze der Terroropfer des 2.11. 2020

Kardinal Schönborn bei Gedenkfeier in der Wiener Ruprechtskirche: Gemeinschaft, Menschlichkeit, Mut, Anteilnahme und Mitgefühl sind letztlich stärker als Terror und Gewalt

Im Rahmen einer schlichten Feier in der Wiener Ruprechtskirche hat das offizielle Österreich am Dienstagabend der Opfer des Terroranschlages von vor einem Jahr gedacht. An der Gedenkfeier nahmen unter anderem Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Alexander Schallenberg und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka teil. Vonseiten der christlichen Kirchen nahmen  Kardinal Christoph Schönborn sowie Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der evangelische Bischof Michael Chalupka daran teil.

Fassungslos stehe man vor dem Phänomen des Terrors, der sich immer wieder in verschiedenen Varianten manifestiere, sagte Kardinal Schönborn. "Der Glaube, dass Gewalt die Lösung ist und das Heil durch Gewalt bewirkt wird, diese Saat wird immer wieder gesät und geht auch auf." Doch das Gegenbild, der Geist der Gemeinschaft, sei letztlich stärker, zeigte sich der Kardinal überzeugt: Menschlichkeit, Mut, Anteilnahme und Mitgefühl. - All dies habe sich in der Terrornacht auf vielfältige Weise gezeigt. "Das ist die Seite von Österreich, von den Menschen in diesem Land und darüber hinaus, auf die wir schauen müssen und dürfen. Und das gibt Mut und Zuversicht." Als ein starkes Zeichen der Anteilnahme erinnerte der Kardinal an das Lichtermeer bei den Todesorten in der Wiener Innenstadt.

In der schlichten Ruprechtskirche standen auf dem Altar vier Kerzen im Gedenken an die Todesopfer. Nach einer kurzen Schweigeminute schloss der Kardinal das Gedenken mit einem Gebet des Hl. Franziskus.

 

 

Weitere Gedenken in Wien

Im Vorfeld des Gedenkens in der Wiener Ruprechtskirche fand am Dienstagnachmittag auf der Ecke Morzinplatz/Schwedenplatz ein Gedenken statt, zu dem zahlreiche Jugendorganisationen geladen hatten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zogen danach in einem gemeinsamen Fackelzug zum Michaelerplatz, wo die Veranstaltung abgeschlossen wurde. Auch die Israeltische Kultusgemeinde (IKG) lud zum stillen Gedenken in die Seitenstettengasse.

Bereits am Vormittag legte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) beim Gedenkstein am Desider-Friedmann-Platz einen Kranz nieder. Begleitet wurde der Bürgermeister u.a. von Kardinal Schönborn. Man wolle zum Ausdruck bringen, wie sehr man diesen Terrorakt verurteile, sagte Ludwig, aber auch, wie sehr man den Familienangehörigen Trost vermitteln wolle. Auch wenn dies nicht über den Schmerz hinweghelfe, solle dies doch ein Zeichen der Verbundenheit sein. Der 2. November 2020 habe eine tiefe Narbe in die Geschichte der Stadt geschlagen. Man werde diesen Tag, die Opfer und deren Angehörige nie vergessen. Ludwig weiter: "Wir werden deutlich machen in unserer Stadt, in unserem Heimatland Österreich, aber auch international, dass wir jede Form des Terrorismus nicht nur ablehnen, sondern auch Maßnahmen setzen, um gegen diesen Terrorismus einzutreten."