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24.10.2021

Dankgottesdienst im Stephansdom zum 90. Geburtstag von Bischof Helmut Krätzl

Die Eucharistie prägte und formte Leben und Wirken von Bischof Helmut Krätzl, der am 23. Oktober sein 90. Lebensjahr vollendete. Passend dazu stand Kardinal Christoph Schönborn am Samstagabend einem feierlichen Dankgottesdienst vor.

Mit einem Dankgottesdienst für den emeritierten Weihbischof Helmut Krätzl hat die Erzdiözese Wien das langjährige priesterliche und bischöfliche Wirken des Jubilars gewürdigt, der am Samstag seinen 90. Geburtstag feiert. Bei der Festmesse am selben Tag im Stephansdom dankte Kardinal Christoph Schönborn dem Jubilar ausdrücklich "für Dienst, Zeugnis, Treue und auch Mut" und sagte: "Das Entscheidende sieht man nur im Herzen. Was Dein priesterlicher und bischöflicher Dienst im Herzen bewegt hat, das kennt nur Gott allein." Der Jesuit Elmar Mitterstieler, skizzierte in seiener Festpredigt die wichtigsten Stationen im Leben des Jubilars, seine Lebensthemen sowie den Stellenwert der Eucharistie im Glauben, Denken und Wirken Krätzls. 

Ausdrücklich erinnerte Mitterstieler daran, dass Krätzl "einer der letzten Zeitzeugen des Konzils" sei, der die Beschlüsse dann als Pfarrer und Weihbischof auch umgesetzt habe. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen sei der emeritierte Weihbischof nach wie vor in der Gesellschaft "höchst präsent", so Mitterstieler zum Jubilar gewendet, der im Rollstuhl sitzend die Messe mitfeierte.

Krätzls vorrangiges Interesse habe immer den "Lebensthemen der Kirche" gegolten: der Erneuerung der Kirche im Sinne des Konzils, der Ökumene, der Beziehung zum Judentum einschließlich der Aufarbeitung des unrühmlichen christlichen Antijudaismus sowie den Lebensthemen Bildung und Schule. Davon zeugten  Krätzls reiche Vortragstätigkeit und seine zahlreichen Publikationen. 

 

 


Leben mit und aus der Eucharistie

Das zentrale Lebensthema für Krätzls sei aber seine tiefe Beziehung zum Sakrament der Eucharistie, unterstrich Mitterstieler und verwies auf das vom Wiener Weihbischof verfasste Buch mit dem Titel "Das Brot des Lebens. Mein Weg mit der Eucharistie". Darin mache Krätzl deutlich, dass die Eucharistie nicht nur das Brot seines Lebens mit der Kirche sei. "Sie verändert die Welt, ist Prüfstein für die Ökumene" und sei Schlüssel bei der Neuevangelisierung und der Erneuerung der Kirche. 


Die Eucharistie sei "die denkbar demütigste Antwort Gottes auf alles Unsrige", die Unzulänglichkeit und Abgründigkeit des Menschen. Die Kirche dürfe daher auf keine andere Macht setzen und vertrauen, als auf die Eucharistie. "Ich träume von einer Kirche, die die Welt nicht beherrschen, sondern ihr dienen will", diese Worte Krätzls und sein Anliegen um eine demütige Kirche teile der Jubilar mit Papst Franziskus und vielen in der Kirche, so Mitterstieler resümierend.

Am Ende des Gottesdienstes ergriff Weihbischof Krätzl selbst das Wort und sprach einen sehr persönlichen Dank an die Mitwirkenden der Feier und die zahlreichen Personen aus seinem Umfeld - darunter auch den beiden 24-Stunden-Pflegekräften aus der Slowakei - aus. "Wer hat mich geformt, wer hat mir die Freude im Glauben geschenkt", fragte der Kirchenmann und bekannte: "Meine Mutter, die mich zu einer kindlichen Liebe zur Eucharistie geführt hat, und meine Heimatpfarre St. Ulrich in Wien". Er sei rückblickend erstaunt über das Vertrauen, das ihm von den Kirchenoberen zeitlebens gewährt wurde. Zugleich sei er sehr vielen dankbar, die ihm bei der Erfüllung der anvertrauten Aufgaben unterstützt haben.

Der für Coronazeiten ungewohnt volle  Dom, auf den auch Kardinal Schönborn zu Beginn des Gottesdienstes hinwies, gab Zeugnis von der dankbaren Verbundenheit zahlreicher Menschen in der Erzdiözese Wien mit Bischof Krätzl.