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25.10.2022

Mit 66 Jahren fängt der Pfarrer an

Unverhofft kommt oft. Was bisher gar nicht in seiner persönlichen Lebensplanung vorgekommen ist, ist für Matthias Beck nun eine neue Herausforderung. Nach seiner Emeritierung als Professor für Moraltheologie übernimmt der 66-Jährige als Pfarrprovisor die Leitung der beiden Gemeinden St. Josef zu Margareten und Auferstehung Christi im fünften Wiener Gemeindebezirk.

Im Gespräch wenige Tage vor seiner feierlichen Amtseinführung durch Bischofsvikar Dariusz Schutzki am 16. Oktober 2022 erklärt Beck, wie er zum Entschluss gekommen ist, sich um die Stelle des Pfarrers in den beiden Gemeinden zu bewerben. „Viele fragen: „Warum tust du dir denn das noch an?‘“, so der gebürtige Hannoveraner, der nach langer beruflicher Erfahrung als Mediziner und Wissenschaftler vor elf Jahren in Wien zum Priester geweiht worden ist. Er sei eben ignatianisch- jesuitisch geprägt. In dieser Spiritualität gehe es darum, was der Wille Gottes für das persönliche Leben sei - und das sei einfach zu tun.

 

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Dabei bleibt er seiner Biografie treu. Er möchte „die Sache anspruchsvoll angehen“, so Beck: „Auch die sogenannten ‚einfachen Leute‘ freuen sich, wenn sie angesprochen werden, wenn sie etwas zu denken haben.“ So will er auch seine Vortragstätigkeit fortsetzen, gerade in seinen beiden Pfarren. Matthias Beck plädiert in Hinblick auf die sich verändernden kirchlichen Strukturen für ein „aufgeklärtes, modernes Christentum“. Und es ist für ihn ganz klar: „Das Christentum muss interessant sein, nicht immer so verstaubt, nicht immer über Moral reden, Sexualmoral…“

 

Es gehe darum, aktuelle Themen aufzugreifen: „Wie finde ich meine Identität? Wie finde ich meine Berufung, was ist der Sinn meines Lebens?“ Es müssten die Grundfragen der Menschen von heute in einer freien, offenen Atmosphäre zur Sprache kommen.