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22.08.2022

Schulstart: Mit Schultüten Müttern in Not helfen

Handgemachtes für den guten Zweck: Mütter aus den Mutter-Kind-Einrichtungen der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien verkaufen handgefertigte Schultüten.

Wer noch auf der Suche nach einer Schultüte für sein Schulkind ist, wird bei der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien fündig: Mütter aus den Mutter-Kind-Einrichtungen fertigen handgemachte Schultüten und bieten diese zum Verkauf an. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Schultüten aus „Mamas Werkstatt“, dem Social Business der Stiftung, soll der Armut von Schwangeren, alleinerziehenden Müttern und Familien in Not entgegengewirkt werden. Diese leiden besonders stark unter der derzeitigen Inflation.

 

Schultüten bestellen

Die handgemachten Schultüten können ab sofort unter www.elisabethstiftung.at/schultueten bestellt und in „Mamas Werkstatt“, Kohlgasse 27-29, 1050 Wien, abgeholt werden.

 

Neben den bereits vorgefertigten Produkten werden auch Auftragsarbeiten übernommen: Interessierte können mit einem eigens ausgesuchten Stoff in die Werkstatt kommen, aus dem die Mütter dann eine Schultüte anfertigen.

 

„Der erste Schultag ist ein aufregender und einzigartiger Tag, der durch eine selbstgenähte Schultüte, die unsere alleinerziehenden Mütter in Mamas Werkstatt gefertigt haben, gleich doppelt so bunt wird! Dazu gibt es auch passende Federpennale – alles aus upgecycelten Stoffen produziert. Und wer es ganz besonders nachhaltig möchte, der kauft eine passende Polsterfüllung dazu, damit die Schultüte auf Dauer als kuscheliger Deko-Polster ins Kinderzimmer einziehen kann.“, so Waltraud Kaufmann, Leiterin von „Mamas Werkstatt“.

 

Social Business fördert Mütter

„Mamas Werkstatt“ ist das Social Business der St. Elisabeth-Stiftung. Die Werkstatt bietet alleinerziehenden Müttern die Möglichkeit, im Rahmen befristeter Anstellungen ihre Einkommenslage zu verbessern. Frauen erlernen die Herstellung von Produkten für Mutter und Kind sowie wichtige unternehmerische Kompetenzen bei der Organisation des Ein- und Verkaufs. Die Folge ist ein höheres Selbstwertgefühl und wachsendes Vertrauen darin, künftige Herausforderungen gut meistern zu können. Ein zusätzliches Schulungsangebot, individuelle Beratungen und Kreativkurse runden das Unterstützungsangebot zur Vorbereitung auf den österreichischen Arbeitsmarkt ab.


Immer mehr Familien können sich Leben nicht mehr leisten

Die Familien-, Rechts- und Schwangerenberatungsstelle der St. Elisabeth-Stiftung verzeichnet einen Anstieg der Beratungsgespräche. In den letzten Wochen kamen Frauen – es sind in etwa 100 im Monat – vermehrt aufgrund der hohen Energiepreise hilfesuchend in die Beratungsstelle. Sie befinden sich in einer belastenden Situation: Teilweise werden die Stromrechnungen bereits jetzt verdreifacht, um eine noch höhere, unbezahlbare Jahresabrechnung abzufedern. Das ist für Alleinerzieherinnen und Familien schwer bis gar nicht stemmbar. Hinzu kommen die steigenden Lebensmittelpreise. Die meisten Klientinnen kommen aus Österreich, Nigeria, Serbien, Irak, Afghanistan oder Syrien.

 

Auch die steigenden Mieten können sich die Frauen, die sich an die St. Elisabeth-Stiftung wenden, bald nicht mehr leisten. Darüber hinaus fehlt den jungen Familien oft Geld, um Windeln, Feuchttücher, Waschmittel, Grundnahrungsmittel und Medikamente zu erwerben. „Durch die aktuell extrem hohe Inflation von 9,2 % im Juli, die wir seit 48 Jahren in Österreich nicht mehr in vergleichbarer Höhe erlebt haben, können sich immer mehr Familien ihr Leben nicht mehr leisten und gelten plötzlich als arm. Diese erschreckende Entwicklung in einem Land wie Österreich macht mich sehr betroffen. Nur durch Spenden in Form von Geld- und Sachspenden können wir täglich Frauen und Kindern helfen, auch in diesen schwierigen Zeiten nicht zu verzweifeln und insbesondere den Schulstart im Herbst ohne noch größere Sorgen zu bewältigen.“, betont Cornelia Galvan, Bereichsleiterin der Familien-, Rechts- und Schwangerenberatungsstelle der St. Elisabeth-Stiftung.

 

Zwei aktuelle Fälle machen die schwierige Situation deutlich:

Alleinerzieherin Frau A. aus Afghanistan lebt seit 18 Monaten in Österreich. Frau A. hat ihren Sohn hier in Wien bekommen. Sie hat keine Familie hier. Sie geht sehr liebevoll mit ihrem Kind um, trägt aber als Alleinerziehende die gesamte Verantwortung auf ihren Schultern. Die beiden wohnen zur Untermiete in einem Zimmer in der Wohnung des Vermieters. Frau A. wünscht sich eine kleine Wohnung nur für sich und ihren Sohn, kann sich diese extra Kosten aber (zurzeit) nicht leisten. Sie lernt gerade Deutsch und hat den tiefen Wunsch, ihrem Sohn möglichst gute Startbedingungen zu bieten.


Familie S. aus Syrien, seit September 2021 in Österreich, war zuvor in einem Flüchtlingslager in der Türkei. Die Familie konnte nichts mitnehmen außer ihrer Handys. Da die Familie erst seit kurzer Zeit in Wien ist, haben sie derzeit keinerlei Einkommen. Ihre Tochter fängt im September mit der Schule an. Sie können sich nicht mal eine Schultasche und die benötigten Lernmaterialien leisten. Obwohl die Familie erst seit kurzem in Österreich ist, spricht die Tochter bereits fast akzentfrei Deutsch und freut sich schon sehr auf die Schule.