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12.04.2022

Karfreitag: Zusätzliche "große Fürbitte" für Ukraine-Kriegsopfer

Ortsbischöfe können "in schwerer öffentlicher Notlage" Ergänzung zum Fürbittgebet in der Karfreitag-Liturgie vorsehen.

Das Österreichische Liturgische Institut regt eine zusätzliche "große Fürbitte" am Karfreitag für die Menschen im Ukraine-Krieg an. Wenn es der jeweilige Diözesanbischof gestattet oder anordnet, kann dies laut dem Messbuch der Katholischen Kirche "in einer schweren öffentlichen Notlage" erfolgen, heißt es auf der Website www.liturgie.at. Der Krieg in der Ukraine werde auch in Österreich von vielen als schwere Not wahrgenommen - eine entsprechende Fürbitte am Todestag Jesu würde in Solidarität mit den Menschen direkt im Kriegsgebiet gesprochen, mit den Schutz suchenden Flüchtlingen und den von wirtschaftlichen Folgen Betroffenen.

 

In den Karfreitagsgottesdiensten nehmen die sogenannten zehn großen Fürbitten nach dem Vortrag der Passionsgeschichte eine besondere Rolle ein. In diesen Fürbitten bringen die Gläubigen ihre Anliegen vor Gott - allerdings ausführlicher als in den üblichen Gottesdiensten.

 

Die zusätzliche Fürbitte lautet demnach: "Lasst uns auch beten für die Menschen in der Ukraine und in allen Kriegsgebieten der Erde; für alle, die vor dem Schrecken der Gewalt geflohen und ihrer Heimat beraubt sind; für alle, die mit ihrem Leben einstehen für die Abwehr des Feindes und für den Schutz der Schwachen und Verfolgten." Darauf folgt ein zusammenfassendes Gebet des Priesters: "Allmächtiger, ewiger Gott, du bist stärker als die Unterdrücker dieser Welt, du hast Mitleid mit den Geringen und Armen. Wie du Israel aus der Gewalt Ägyptens befreit hast, so rette in unseren Tagen alle Opfer von Unrecht und Krieg. Wandle die Herzen jener, die Böses tun, und lass den Frieden siegreich sein. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn."

 

Das Österreichische Liturgische Institut hatte sich in Kooperation mit dem Liturgischen Institut in Fribourg (Schweiz) um diese Modellbitte bemüht. Die Formulierung stammt von den Liturgiewissenschaftlern Liborius Lumma (Innsbruck) und Rudolf Pacik (Salzburg), der auch für die musikalische Einrichtung des ersten Teils verantwortlich zeichnet.

 

Die Erzdiözese Wien sieht diese Ergänzung der Karfreitag-Liturgie in den Gottesdiensten vor, wie auf der Website des Pastoralamts Liturgie mitgeteilt wird. Weitere werden sich dem anschließen. Bereits vor einer Woche hatten auch die deutschen Bischöfe die zusätzliche Karfreitag-Fürbitte für Kriegsopfer angekündigt.