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04.03.2022

Sonntagsallianz: Freien Sonntag nutzen, um für Frieden zu beten

Warnung vor Aushöhlung der Sonntagsruhe durch Wirtschaft und Politik - Krautwaschl: Freier Sonntag Anlass, sich "im christlichen Sinn mit den Nöten in der Welt zu befassen".

Angesichts des Ukraine-Kriegs hat die "Allianz für den freien Sonntag" appelliert, "jeden freien Sonntag zu nutzen, um für die Menschen in der Ukraine und den Frieden zu beten". Der freie Sonntag sei "nicht nur eine Errungenschaft, um bei aller Getriebenheit zur Ruhe zu kommen, sondern sich auch im christlichen Sinn mit den Nöten in der Welt zu befassen", betonte der Bischof der Diözese Graz-Seckau und kirchliche Sprecher der Allianz, Wilhelm Krautwaschl, in einer Aussendung am Donnerstag anlässlich des "Internationalen Tags des freien Sonntags" am Donnerstag (3. März).

 

Die ökumenisch mitgetragene Allianz erinnerte an die Wichtigkeit des freien Sonntags und dessen grundlegende Bedeutung für das Gemeinwohl. Seit ihrer Gründung 2001 setzt sich das vor allem von Kirchen und Gewerkschaften gebildete Bündnis für den Schutz des freien Sonntags vor schleichender Aushöhlung durch Wirtschaft und Politik ein.

 

Der Wiener evangelische Superintendent Matthias Geist hob in der Aussendung die gemeinschaftsbildende Kraft des Sonntags hervor: "Jede Gesellschaft verliert den Zusammenhalt, wenn sie sich nicht auch gemeinsam eine Auszeit nimmt", zeigte er sich überzeugt. Gerade in Krisenzeiten sei es Aufgabe aller Christinnen und Christen, "die Sorgen aufzunehmen und einen bewussten Freiraum zu gestalten - in Familie, Freundeskreis und über alle Berufs- und Altersgruppen hinweg."

 

Freier Sonntag unter Druck

Der Sonntag sei kein Tag zum Arbeiten oder Einkaufen, sondern gehöre der Familie, dem Glauben, der Kultur, dem Sport, der Geselligkeit und der Erholung. Man beobachte aber, dass der Sonntagsschutz immer mehr unter Druck gerate, kritisierte die Allianz. In den letzten Jahrzehnten sei der Anteil der Erwerbstätigen, die am Sonntag gelegentlich, regelmäßig oder ständig von Sonntagarbeit betroffen sind, kontinuierlich angestiegen. Der Handel nutze jede Gelegenheit, um die Sonntagsöffnung auszuweiten.

 

Es gelte wachsam zu bleiben in Bezug auf diese Bestrebungen, betonte Philipp Kuhlmann, gewerkschaftlicher Sprecher der Allianz. Besonders die Handelsangestellten, die während der Pandemie massiv belastet würden, bräuchten einen freien Tag. "Der Sonntag gibt der Woche Rhythmus. Ohne einen freien Sonntag haben wir Wochen ohne Ende."